Architekt Andy Gijbels: Entwerfen von innen nach außen

Architekt Andy Gijbels: Entwerfen von innen nach außen

Veröffentlicht am 13.01.2026

Ein Haus zu entwerfen bedeutet mehr, als Linien zu zeichnen oder Volumen zu stapeln. Für Nano Architecten beginnt Architektur immer bei den Bewohnern und den Räumen, die sie benötigen. Von dort aus entsteht das Gebäude – nicht umgekehrt.

"Innen- und Außenraum kann man nicht voneinander trennen. Sie müssen Hand in Hand gehen." 
Andy Gijbels, Architekt – Nano Architecten

Laut Andy Gijbels entsteht starke Architektur dann, wenn Materialien, Farben und Texturen innen wie außen aufeinander abgestimmt sind. Warme Materialien im Innenraum verlangen nach einem Verblendstein, der dieselbe Wärme und Nuancierung ausstrahlt. Besonders bei Häusern mit großen Fensterflächen, Patios oder Einschnitten ist der Verblendstein auch von innen sichtbar und wird Teil der Innenraumgestaltung.

Materialien als verbindendes Element 

Im Entwurfsprozess wird der Verblendstein nie isoliert betrachtet. Er ist ein integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts. Abhängig vom Volumen, dem Rhythmus der Fassade und der Anzahl der Rücksprünge wird nach Ruhe oder gerade nach mehr Nuancierung gesucht.

"Ein lebhaftes Volumen verlangt nach einem ruhigeren Stein. Ein klar gestaltetes Haus kann dagegen mehr Nuancen tragen."

Auch die technischen Eigenschaften eines Steins spielen für Nano Architecten eine wichtige Rolle. Harte, wenig poröse Steine behalten langfristig besser ihre Ausstrahlung und benötigen weniger Pflege – ein entscheidender Aspekt im privaten Wohnungsbau.

Mit Vertrauen entscheiden

Ein wichtiges Hilfsmittel in diesem Prozess sind Muster und Paneele in Originalgröße. Durch das Testen verschiedener Fugenarten und Verlegeverbände wird das Fassadenbild greifbar.

"Musterpaneele machen einen enormen Unterschied. Zurückliegende Fuge oder voll verfugt – dasselbe Material wirkt plötzlich völlig anders."

So wird jede Entscheidung fundiert getroffen – nicht nur ästhetisch, sondern auch technisch und praktisch.