Ein eindrucksvoller Wohnkomplex in lebendiger Umgebung

Ein eindrucksvoller Wohnkomplex in lebendiger Umgebung

Veröffentlicht am 12.05.2023

Das Havenkwartier in Deventer ist ein 100 Jahre altes Industriegebiet auf Auenwiesen an der IJssel. In den vergangenen Jahren wurde das ehemalige Hafengebiet neu entwickelt. Die Vision: ein Ort für Unternehmer, Gastronomie, Kunst und Kultur und robustes Wohnen, während der Gewerbehafen in Betrieb bleibt. Eine außergewöhnliche Mischung, die es sonst nirgends in den Niederlanden gibt. Das Havenkwartier erhielt eine neue Identität: ‚Poor but Sexy‘, nach dem Motto des angesagten, aber armen Berlin.

Mehrere Grundstücke wurden an Unternehmen und Privatpersonen zur Entwicklung vergeben, so auch an den Bauherrn von Daniel Kleine Schaars, Architekt bei I'M Architecten in Deventer. Das Büro mit 10 Architekten befasst sich seit mehr als 20 Jahren unter anderem mit Wohnungsbauprojekten, Baudenkmälern, kommunalen Projekten, Neubauprojekten und Apartmentkomplexen.

‚Zunächst wollte der Bauherr einen Entwurf für einen Wohnkomplex. Konkrete Vorstellungen zur Gestaltung gab es noch nicht. Das machte es zu einem besonderen Projekt: Wir bekamen alle Freiheit und allen Raum, etwas Schönes zu schaffen.

Wir begannen mit mehreren Studien zum Wohntyp im Havenkwartier. Das Gebiet hat einen freigeistigen Charakter, in dem imposante Hallen und Kräne an die Geschichte der Stadt erinnern. Jedes Gebäude sieht anders aus und trägt doch zum Erhalt der robusten Atmosphäre des alten Hafens bei. Unsere Herausforderung war es, eines der letzten Grundstücke an die bereits vorhandene Vielfalt anzuschließen.

Es wurde eine Suche nach Materialien. Wir haben gründlich überlegt, wie wir das Gebäude mehr sprechen lassen können. Die Fassade wird von einem kräftigen Sockel mit robustem Stahlbau bestimmt, der den Eingang betont. Dadurch wirkt das Volumen der massiven Fassade schlanker. Die schwarzen Fensterrahmen liegen zurück, bis auf einen Rahmen, der hervortritt und aus demselben Stahl besteht wie die Vorderfassade. Auf der Rückseite staffeln sich die Terrassen für optimale Privatsphäre.

Das Hauptmaterial durfte neutral sein, um die Akzente des Gebäudes zu verstärken. Deshalb wählten wir einen hellgrauen Verblendstein von Joseph Bricks. Der Ashley ist ein ruhiger, gleichmäßiger Verblendstein mit nuanciertem Relief, der das Ganze ergänzt. Zusammen mit den schwarzen Fensterrahmen schafft der gedämpfte Stein einen schönen Kontrast zwischen Offenheit und Geschlossenheit. Für die oberste Lage wählten wir einen dunklen Stein. In einer anderen Ecke wird der Notausgang durch senkrechtes Mauerwerk betont.

Für mehr Schattenwirkung im Erdgeschoss wurde der Stein mit zurückliegender Fuge verfugt. Das Mauerwerk wurde ohne Stoßfugen errichtet, um die horizontalen Linien des Gebäudes zu verstärken. Wir wählten eine dunkelgraue Fuge, ein Farbton, der hervorragend zum Stein passt. Der Ashley ist ein Stein, mit dem wir gern arbeiten. Er macht eine Fassade wirklich besonders.‘

Fotos: Harry Noback ©